Michaela Harrer

Interview im Frühjahr 2017
Alter: 29 Jahre
Bei der Bäckerei Brunner seit: 2014

 

Brunner Bäcker:
Bitte beschreiben Sie Ihren beruflichen Werdegang.

Michaela Harrer:
In einer kleinen Familienbäckerei habe ich meine Ausbildung gemacht und anschließend als Bäckergesellin noch zwei weitere Betriebe kennengelernt. Nach meiner Meisterprüfung in Straubing hatte ich nach weiteren beruflichen Erfahrungen sehr viele gute Sachen über den Brunner Bäcker gehört, bewarb mich und erhielt auf Anhieb eine Meisterstelle. 

Ich arbeite als Tischleiterin. Der „Tisch“ ist unser Arbeitsplatz, für 3 – 4 Mitarbeiter. Und als Tischleiterin teile ich unseren Leuten die Arbeit zu und weise sie ein. Auch neue Kollegen leite ich an und beobachte sie genau, so dass qualitativ hochwertige Arbeit abgeliefert wird. 

 

Brunner Bäcker:
Welches ist Ihr persönliches Lieblingsprodukt?

Michaela Harrer:
Der Dinkel-Laugenknoten schmeckt sehr saftig und ist schön luftig und außen kross. Besonders macht ihn das Dinkelmehl. Den Dinkel-Laugenknoten stelle ich selbst her. Den Teig und die Flechtungen. 

 

Brunner Bäcker:
Wie gelingt es Ihnen, sich als Frau unter den vielen Bäcker-Kollegen zu behaupten bzw. durchzusetzen? 

Michaela Harrer:
Ich muss genauso Leistung bringen, wie die Männer und muss mich schon durchsetzen. Gewisse Erwartungen werden ja an mich als Bäckermeisterin gestellt und diese muss ich auch erfüllen. Erwartungen der Kollegen und Erwartungen seitens der Geschäftsleitung. 

 

Brunner Bäcker:
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit so vielen männlichen Kollegen? 

Michaele Harrer:
Man muss sich gegenseitig respektieren und gemeinsame Gesprächsthemen finden. So kann man sich austauschen und gut miteinander reden. Männer sind „einfacher“ als Frauen. Es endet nicht im Zickenkrieg und am nächsten Tag ist alles wieder gut – keiner ist wochenlang beleidigt.

 

Brunner Bäcker:
Was hat Sie dazu bewegt, den Beruf einer Bäckerin zu erlernen? 

Michaela Harrer:
Ich habe schon immer gerne gekocht und gebacken. Im Schulpraktikum, in einer Bäckerei, war ich richtig fasziniert, wie man aus Mehl, Wasser und Hefe so viele Sachen herstellen kann und auch den unterschiedlichsten Gebäcken eine Form geben kann! Eine so große Vielfalt entsteht aus so wenigen Zutaten!

 

Brunner Bäcker:
Der Beruf einer Bäckerin ist bei den Frauen bisher noch nicht sehr weit verbreitet. Was spricht Ihrer Meinung nach Frauen an bzw. wie attraktiv ist der Beruf für eine Frau wirklich?

Michaela Harrer:
Das muss halt jede für sich selbst wissen: sitzt man lieber im Büro oder befasst man sich lieber mit technologischen und biologischen Abläufen und Prozessen. Es ist zwar schwere Arbeit aber es erfordert auch viel handwerkliches Geschick, Können und Teiggefühl. 

 

Brunner Bäcker:
Man hört Ihre Liebe zum Beruf sehr deutlich aus Ihrer Erzählung heraus! Es ist offensichtlich wie gerne Sie sich mit dem Herstellen und Formen von Teigen befassen. Wir sind froh, Sie als Bäckermeisterin bei uns zu haben und freuen uns auf eine lange weitere Zusammenarbeit mit Ihnen und Ihrem Team!